Damien Hirst schockt mal wieder die Kunstwelt

Der britische Künstler Damien Hirst sorgt diesmal mit einem Totenschädel in der Kunstwelt für Aufsehen. Sein bisher bekanntestes Werk war sicher der in einem Glaskasten und Formaldehyd “eingelegte”, echte Tigerhai. Das neue Werk, der diamantbesetzte Totenschädel, soll umgerechnet rund 75 Millionen Euro wert sein. Und wäre damit die teuerste Arbeit zeitgenössischer Kunst eines lebenden Künstlers, berichteten britische Medien (meine Quelle n-tv.de):

“Das Werk “For the Love of God” ist mit 8601 lupenreinen Diamanten besetzt, die den gesamten Platinumabguss eines echten Totenschädels bedecken. Auf der Stirn thront ein 52-Karat-Diamant. Die Edelsteine aus ethisch korrektem Handel sind nach Schätzungen rund 18 Millionen Euro wert.”

Damien Hirst - For the Love of GodFür 5.000 bis 10.000 Englische Pfund gibt es aber hier auch schon einen Fotoabzug davon. Sie sparen rund 75 Millionen Euro. Vergleichsweise also ein echtes Schnäppchen!

Im Ernst: Was kann Künstler davon lernen?

  • Ein echter Totenschädel allein provoziert schon (”Tabubruch”)
  • Ein Totenschädel mit echten Diamanten von sagenhaftem Wert bedeckt provoziert noch mehr (”Sinnhaftigkeit”, “Tod - Luxus” etc.) und ist einmalig - bei solchen Ideen trennt sich eben auch die Spreu vom Weizen unter den zeitgenössischen Künstlern
  • Die Verwertung des Kunstwerks durch mehrere Serien limitierter Fotoabzüge verschafft zusätzliche Einnahmen (plus Bekanntheit, da das Werk sich dann auch unter Sammlern verbreitet)

Was für eine Erfolgsformel: So wird man als Künstler bekannt UND reich. Damien Hirst verbindet einen genialen PR-Coup mit - höchstwahrscheinlich - profitabler Kunst. Und der Wirkung des Kunstwerks (welcher auch immer) kann sich wohl ebenfalls kaum jemand entziehen. Der Diamantschädel hinterlässt einfach einen bleibenden Eindruck und einen Anflug von Gedanken über den Tod, Vergänglickeit und Luxus wird wahrscheinlich jeder Betrachter verspüren. Hirst selbst dazu: “Ich hoffe, die Leute, die das Werk sehen, fühlen sich gut, es soll erbauend sein und einem den Atem nehmen.” (Quelle)

Chapeau bas, Herr Hirst!