Mit System zum (Medien-)Erfolg

Ob Kunst, Kaugummi oder Kräne: PR ist Kommunikationsmanagement, ob für Waren, Dienstleistungen oder Veranstaltungen. Das bedeutet, dass am Beginn jeglicher Kommunikationsaktivitäten das Konzept steht. Dieses setzt ein realistisches, nachprüfbares Ziel, das in kleinen Schritten mitwächst, also flexibel ausbaubar ist.

Was bedeutet dies für Künstler?

Zunächst einmal müssen geklärt werden:

  • das Profil: Wer bin ich, was möchte ich vermitteln?
  • die Positionierung: Wo stehe ich in meinem Beziehungs-, Berufsfeld? Was unterscheidet mich von Mitbewerbern, was macht mich einmalig (USP: Unique Selling Proposition/ Alleinstellungsmerkmal)?

Dies ist die Basis für

  • das Kommunikationsziel: Wo will ich hin? Warum? Wer soll mich bzw. meine Arbeit/ Veranstaltung in welchem Zeitraum kennen lernen?

Im nächsten Schritt geht es an die Umsetzung. Relevant sind jetzt also Fragen nach

  • den Zielgruppen: Wen will ich erreichen? Warum?
  • den Medien: Wie will ich die Zielgruppen erreichen?

Ehe Sie mit der Durchführung beginnen, klären Sie genau

  • den Zeit- und Finanzrahmen
  • die Zuständigkeiten (Wer führt die Maßnahmen durch? Wer unterstützt mich? Auf welche Netzwerke und Kontakte kann ich zurückgreifen?)
  • den Ablauf: Wann werden welche Maßnahmen durch geführt/ Zeitplan?

So wichtig die Strukturierung Ihrer PR-Arbeit auch ist - ebenso wichtig ist der inhaltliche Aspekt. Redaktionen und Journalisten - und die möchten Sie ja erreichen - benötigen Input in Form von Themen. Gehen Sie in sich und überlegen Sie sich, wo Sie “ein Thema” sind oder wie Sie Themen produzieren können:

  • aktuelle Veranstaltungen
  • in welchem Zusammenhang mit der aktuellen Kunstdiskussion steht Ihre Arbeit?
  • gibt es z.B. ein Motto oder ein spezielles Material, das Sie profiliert?

Denken Sie über starre Grenzen hinaus: Überlegen Sie sich, ob Ihre Aktion/ Veranstaltung/ sonstiges Angebot nicht auch in einem “anderen”, sozusagen art-fremden Umfeld richtig platziert wäre. Dazu einige Beispiele aus meiner Arbeit:

2001 erwähnte das Börsenblatt für den deutschen Buchhandel ausführlich die “Promicookie”-Aktion der Künstlerin Andorrer - Literaturkritiker Helmut Karasek hatte in einen ihrer Kekse “gebissen”. Im September 2004 schrieb ich in “Druck + Papier” (IG Medien) über den Papierkünstler Wilhelm Morat. In BuchMarkt veröffentlichte ich im Februar 2006 einen vierseitigen Bildbeitrag über das Buch als Objekt bildender Künstler. Im April 2007 veröffentlichte die ÄrzteZeitung meinen langen Beitrag über “Medical Design”.

Wenn Sie solche Ideen entwickeln und anbieten, interessieren Sie Ihre Ansprechpartner in den Medien.

Doch wie erreichen Sie diese möglichst punktgenau?

Dazu brauchen Sie einen Presseverteiler. Den bauen Sie am besten sukzessive auf: Beobachten Sie, welche Medien in Ihrem regionalen Umfeld relevant sind (verschmähen Sie nicht die Gratis-Blätter); gehen Sie in große Kunst- und Bahnhofsbuchhandlungen und verschaffen Sie sich einen Überblick über die Kunst- und Kulturmedien sowie Nachrichtenmagazine und Tageszeitungen. Schauen Sie darin nach, wer (auch als freier Journalist) Beiträge über Ihre Region bzw. Ihr Themengebiet schreibt und recherchieren Sie dessen Adresse. Und vor allem: Besorgen Sie sich das Kroll-Presse-Taschenbuch “Kunst Architektur Design” (Adresse s.u.).

Wichtige Ansprechpartner für Künstler sind vor allem die Ressorts Kultur/Feuilleton, Veranstaltungen, Lokales, Branchenmedien, Medien und Newsletter Ihrer Berufsverbände, freie Journalisten, Presseagenturen (bei größeren Aktionen), aber auch, von Ihrem Genre abhängig, Special Interest-Titel anderer Interessensgebiete.

Besorgen Sie sich Exemplare von allen Medien, die für Sie besonders wichtig und anzustreben sind. So finden Sie heraus, wie Sie sich dort am besten ins Gespräch bringen. Ob Sie Ihre Adressen auf Karteikarten oder gleich in Ihre Datenverarbeitung eingegeben, ist zunächst nicht entscheidend. Wichtig ist, dass er stets aktualisiert wird, und dass Sie die Ansprechpartner regelmäßig über Ihre Aktivitäten informieren - “Steter Tropfen höhlt den Stein”, so ist das auch in der Pressearbeit.

Um den Presseverteiler als wirkungsvolle Klaviatur Ihrer PR zu nutzen, benötigt er eine bestimmte Struktur. Dazu gehören vor allem: Medium, Ressort/Redaktion, Vorname und Name des Ansprechpartners, Adresse, Telefon, Fax, E-Mail, URL, Chefredakteur, Verlag, Erscheinungs- und Verbreitungsweise, Redaktionsvorläufe, “Extras” mit Anmerkungen zu besonderen Vorlieben und Interessen etc. Ein “Feintuning” ergibt sich mit der Zeit, maßgeschneidert nach Ihrem Bedarf.

Abschließend ist die Dokumentation wichtig - sammeln Sie also kontinuierlich Belege über Medienberichte und -erwähnungen. Nur so können Sie zu einer aussagekräftigen Auswertung (”Evaluation”) kommen und entsprechende Rückschlüsse daraus ziehen. Wenn Sie etwa in Veranstaltungsseiten immer bestens mit Text und Bild vertreten sind, kaum aber auf Kulturseiten, können Sie auf dieser soliden Basis Ihre Medienarbeit zielführend verbessern.

Tipp: Fragen Sie bei den relevanten Redaktionen nach deren Themenplanung. Bei Zimpel und anderen Adressvermittlern können Sie entsprechende Auflistungen bestellen.

Info: Adress-Beschaffung
(alle folgenden Adressen ohne Gewähr und Anspruch auf Vollständigkeit)

Adresshändler
Das “Muss” für den Kulturbetrieb: www.kroll.de (Kroll-Presse-Taschenbuch Kunst-Architektur-Design)

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