Max Buskohl und “DSDS” sagen Ihnen nichts? Aber den umtriebigen Fernsehmoderator Stefan Raab kennen Sie gerade noch? Herr Raab hat wieder einmal gezeigt, wie man aus den Skandälchen anderer, die gerade in der Presse breit getreten werden, seinen eigenen kleinen PR-Coup landen kann.

“DSDS” steht für “Deutschland Sucht Den Superstar”, eine bei Jugendlichen - und auch Älteren - recht populäre Castingsendung des Fernsehsenders RTL. Ein Favorit und Teilnehmer der aktuellen Staffel, Max Buskohl, ist gerade mit einigem Tamtam aus der Sendung ausgestiegen und sorgt für Wirbel in den Medien, da Dieter Bohlen Juror von DSDS und schon allein immer schon für eine Nachricht gut ist. Die eine Seite wirft der anderen Knebelverträge vor, die andere spricht von Erpressung und Betrug. Fertig ist die Seifenoper und die Bild berichtet hemmungslos.

Was macht Stefan Raab als Moderator einer eigenen Fernsehsendung des Konkurrenzsenders PRO7 und ebenfalls Musikproduzent? Er bietet dem von RTL geschundenen und arg bedeutelten Max Buskohl und seiner Band medienwirksam Asyl in seiner Fernsehsendung “TV Total”:

Die Entscheidung des Sängers, die RTL-Casting-Show zu verlassen, könne er gut verstehen. Die «Knebelverträge» des Senders seien in der Tat lächerlich, so der Moderator. … Um Buskohls Band Empty Trash zu unterstützen, machte der Moderator der Gruppe ein Angebot, mit dem er gleichzeitig den Konkurrenz-Sender RTL aufs Korn nahm: «Wir hier bei ‘TV Total’ sind ein liberales, unermüdliches Grüppchen von Idealisten. Wir sagen: Max Buskohl, du kannst ab morgen hier bei uns auftreten. Eine Woche lang mit deiner Band ‘Empty Trash’.»

Nachdem der Entertainer für seinen Vorschlag tosenden Applaus geerntet hatte, verkündete er noch mit einem Augenzwinkern, Buskohl und seine Band könnten so lange in seiner Sendung auftreten, bis ihr Album die Nummer eins der Charts sei. «Diese Strafe hat RTL verdient», so Raab. (Quelle netzeitung.de)

… und lacht sich sicher ins Fäustchen über seinen gelungenen PR-Coup. Wenn also ein brennendes Thema durch die Medien geistert, kann es manchmal am einfachsten sein, sich mit seinem eigenen Thema daran zu heften (ich sage nur noch “Knut”, der kleine Berliner Eisbär …).

Wie kann ein Künstler so einen PR-Coup landen?

Hier ein paar Anregungen für Aktionen, die der Presse eine Nachricht wert sein könnten:

  • In Ihrer Stadt berichtet die Zeitung über eine unverschuldet in Not geratene Familie oder ein unterstützenswertes Projekt? Spenden Sie ein Kunstwerk für den guten Zweck oder initiieren Sie eine Benefizauktion.
  • Es gibt eine berühmte Person in Ihrer Stadt, auf die alle stolz sind und über die gerade mal wieder berichtet wird? Malen Sie ein Porträt dieser Berühmtheit.
  • Die ganze Stadt (oder das ganze Land) regt sich über ein bestimmtes Problem auf? Schaffen Sie ein Kunstwerk zu dieser Problematik (am besten als öffentliche Aktion oder Happening).
  • Es wird viel über ein Fest oder eine Veranstaltung in Ihrer Gegend berichtet? Vielleicht können Sie sich künstlerisch beteiligen?

Lernen Sie etwas von Stefan Raab, dem alten Fuchs. Immerhin konnte ich mich hiermit auch ein bisschen an den Zug anhängen.

P.S.: Sie können natürlich auch Stefan Raab künstlerisch abbilden oder interpretieren. Wenn es kurios genug ist, stehen die Chancen wahrscheinlich gar nicht so schlecht, dass er Sie damit in seine Sendung einlädt. Nur, ob er Ihnen zu mehr Popularität verhift oder sich nur über Sie lustig macht, das wissen Sie erst hinterher. Hier ist die >> Website von TV Total.

Für alle Fälle …