oder die etwas andere Art, seine Kunst “an den Mann” zu bringen

Der Künstler Thomas Baier hat mir eine interessante Geschichte über einen Malerkollegen erzählt: Dieser hatte sich entschlossen, seinen Beruf als Kunstlehrer nur noch halbtags auszuüben, und sich ernsthaft mit der Vermarktung seiner Bilder, großformatigen Arbeiten, zu beschäftigen. Heute lebt dieser Malerkollege von seiner Kunst. Seine Arbeiten hängen bei großen Konzernen wie Mercedes und vor allem im Ausland.

Wie hat der den Sprung vom Kunstlehrer zum professionellen Künstler geschafft? Wie konnte er seine Kunstwerke plötzlich so erfolgreich verkaufen?

Hat er in seinem Atelier darauf gewartet, dass die Käufer zu ihm kommen? Nein, er hat den Spieß umgedreht und hat seine Kunst zu den Käufern gebracht: Er packte einige seiner Arbeiten in seinen VW Bus und fuhr zu Autohäusern und großen Firmen in Neubaugebieten von Großstädten. Dort ging er zu den Geschäftsführern und sagte:

“Sie haben hier doch eine Menge leerer Wände und ich habe da etwas in meinem Auto für Sie.”

Er bot den Firmen an, seine Kunstwerke kostenlos für einige Zeit aufzuhängen. So landeten ungefähr 50 Werke an den Wänden von Büros und Autohäusern. Die Arbeiten ließ er dort für einige Monate hängen und kam dann wieder, um die Werke abzuholen, da er sie dringend bräuchte. Die Unternehmensleiter waren wohl einigermaßen entsetzt, denn sie hatten sich an die Werke gewöhnt und die Wände kamen ihnen auf einmal sehr weiß und leer vor. Schon wurden die ersten Bilder gekauft. Heute kommen die Unternehmen zu ihm, um seine Bilder zu kaufen, hat mir Thomas Beier berichtet.

Die Geschichte mit den weißen Wänden, die mit Kunstwerken gefüllt werden müssen, erzählt auch Carole Katchen in ihrem eBook “Kunst erfolgreich verkaufen”. Da ging es allerdings um die weißen Bürowände eines Gouverneurs. Aber ein umtriebiger Künstler sorgte auch hier dafür, dass die Wände nicht länger leer blieben.

Also, egal, wo Sie hinkommen, halten Sie nach weißen Wänden Ausschau!